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Thailand Reiseführer-> Mae Hong Son ->Karen-Dorf und Elefantenritt |
| Wenn
Sie gerne früh aufstehen, sollten Sie den Tag damit beginnen, die
Almosenzeremonie
der buddhistischen Mönche (Bintabaht) zu beobachten.
Sie müssen sich dazu allerdings noch vor Sonnenaufgang auf den Weg machen. Gehen Sie zu den Tempeln am Jong Khum See und sehen Sie zu, wie die Mönche, alle barfuß und jeder mit einer großen schwarzen Schale in der Hand (der sogenannte "Baht") ihren Gang antreten. Fromme Hausfrauen und andere Gläubige warten entlang des Weges und füllen die schwarzen Schalen still mit Früchten, Reis, Curries, oder anderem Essen, das sie vorbereitet haben, während die Mönche mit gesenkten Augen dastehen. Nach der Almosenspende verbeugt sich der Geber und führt einen besonders respektvollen "Wai" (traditionelle thailändische Begrüßung) aus und die Mönche gehen weiter - sie danken nicht, denn eigentlich sind dem buddhistischen Glauben gemäß sie es, die den Gläubigen einen Gefallen erweisen - sie gestatten ihnen, Gutes zu tun und somit ihr Karma zu verbessern. Währenddessen wird es langsam heller und die Chedis der Tempel, die erst nur als dunkle Schatten auf der stillen Oberfläche des Sees wiedergespielt sind, werden mit dem Aufgehen der Sonne in ihrer ganzen goldenen Pracht sichtbar.
LSpäter am Morgen können Sie eine Tour zu einem Elfantencamp und zu einem Dorf der berühmten Langhals-Karen (Padaung-Karen, manchmal auch als "Padawn" transkribiert). Fahren Sie am Tara Resort vorbei; nach einigen Kilometern kommen Sie zu einem kleinen Elefantencamp am Ufer des Mae Hogn Son Flusses. Hier können Sie einen Elefanten mieten, der Sie durch den Dschungel zum Dorf trägt. Der langsame Ritt ist wirklich sehr angenehm. Der Elefant trottet gemächlich vor sich hin, macht immer wieder mal eine Pause, um eine saftige Ranke oder einen appetitlichen Pflanzenschößling anzuknabbern, bis ihn der Mahout sanft zum Weitergehen ermuntert. Währenddessen haben Sie Zeit, sich umzusehen und Vögel und Schmetterlinge zu beoabachten, die überall herumflattern und den zirpenden Zikaden zuzühören. Vielleicht sehen Sie auch epiphytische Orchideen, die in den Bäumen wachsen (sie blühen besonders direkt nach der Regenzeit). Nach ungbefähr 45 Minuten erreichen Sie das Dorf. Sie werden sehen, daß dort alles sehr einfach und ländlich ist: eine Gruppe von strohgedeckten Hütten oder kleinen Häusern auf Stelzen, Hühner wandern herum und picken im Sand nach Körnern, kleine Kinder spielen, und die Frauen sitzen zusammen und unterhalten sich, während sie ihre Hausarbeit tun. Die Frauen sind es, wegen derer dieser Bergstamm so berühmt ist. Die Padaung sind eine sehr kleine Gruppe der Karen. Es wird geschätzt, daß nur noch etw 500 insgesamt in der traditionellen Weise leben. Ihre Besonderheit besteht darin, daß die Frauen des Stammes um ihre Hälse schwere Messingspiralen tragen, die ihre Schulterknochen herunterdrücken, so daß die Hälse unnatürlich lang erscheinen (es wurde dafür der etwas häßliche Begriff "Giraffenfrauen" geprägt). Kleine Mädchen beginnen mit zwei oder drei Ringen, denen mit weitere hinzugefügt werden, während sie älter werden. Erwachsene Frauen tragen 20 oder mehr solcher Ringe. Sie versichern zwar, daß es nicht wehtut, aber irgednwie ist das schwer zu glauben. Die Karen finden die langen Hälse schön - bevor Sie irgendein Urteil fällen, bedenken Sie bitte die zum Teil aberwitzigen kosmetischen Operationen, die manche Frauen in den westlichen Ländern über sich ergehen lassen; das ist kaum weniger sonderbar.
Karen Village Diese sogenannten Langhalsfrauen sind es gewohnt, angestarrt zu werden und es macht ihnen nichts aus, wenn sie fotografiert werden, aber wahrscheinlich werden Sie sich trotzdem ein wenig unbehaglich dabei fühlen. Wenn Sie es trotzdem tun, kaufen Sie bitte wenigstens ein oder zwei Andenken im Souvenirshop des Dorfes, zum Beispiel ein paar Postkarten oder Broschüren, die den anatomischen Vorgang erläutern, der zu den verlängerten Hälsen führt, was außerdem angeboten wird, ist mehrheitlich billiger Kitsch. In Nordthailand kursieren einige schreckliche Geschichten über Padaung-Frauen, die aus Burma verschleppt und in thailändischen Touristenorten gegen Bezahlung (von der die Frauen selbst aber keinen Pfennig zu Gesicht bekamen) sozusagen "zur Schau gestellt wurden" wurden. In den Karen-Dörfern der Provinz Mae Hong Son sind die Frauen nicht eingesperrt und sie erhalten auch alle Einkünfte aus dem Souvenirverkauf, trotzdem gibt es eine Vielzahl sozialer Probleme, die sich aus dem Interesse der Touristen an den Padaung ergeben. Da die Frauen an den Touristen vergleichsweise gut verdienen, arbeiten viele Männer des Stammes zum Beispiel gar nicht mehr. (Die Zahl der Frauen, die sich dem alten Halsringritual unterziehen, nimmt trotzdem ständig ab - wenn mich jemand fragte, warum, könnte ich ihm einen guten Hinweis geben). Nach Ihrem Besuch im
Karen-Dorf können Sie wieder nach Mae Hong Son zurückfahren oder
Ihren Ausflug mit dem Besuch der Fischhöhle
fortsetzen.
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