Thailand
Reiseführer -> Kurze Übersicht zur Geschichte & Geographie
|
|
Das Gebiet
zwischen dem 6. und dem 20. nördlichen Breitengrad, das heute unter
dem Namen "Thailand" bekannt ist, ist schon seit dem Altertum von hochentwickelten
Zivilisationen bewohnt, schon lange bevor das Land im 16. Jahrhundert von
Europäern "entdeckt" wurde (genaugenommen sogar, ehe die Thai selbst
dort einwanderten). Die früheste Besiedlung läßt sich für
das 5. Jahrhundert v. Chr. nachweisen. Es handelt sich dabei
um die Ban Chiang Kultur, benannt nach einem Dörfchen in Nordostthailand
(in der Nähe von Udon Thani), wo umfangreiche Ausgrabungen stattgefunden
haben, die Gegenstände aus Bronze und aus Eisen und schön bemalte
Keramik zutage förderten. Die Bewohner von Ban Chiang (ihre genaue
Identität konnte noch nicht festgestellt werden) kannten zum Beispiel
auch Bestattungsriten, hielten Haustiere, und beherrschten den Reisanbau.
Im 3. Jahrhundert nach Christus verschwanden sie aus unbekannten Gründen
plötzlich (d.h. für die Zeit danach gibt es keine Funde mehr).
Vom 6. Jahrhundert an besiedelten die Mon das Menam Delta in den Zentralen Ebenen und den Norden von Thailand. (Haripunchai, das heutige Lamphun, war die Hauptstadt eines ihrer bedeutendsten Königreiche). Sie brachten viele indische Einflüsse, vor allem den Buddhismus und die Sprache Sanskrit nach Thailand. Der sogenannte Dvaravati-Stil in der thailändischen Kunst ist nach der Hauptstadt der Mon im Menam-Delta benannt. Die Kunst der Mon war vor allem religiös (d.h. buddhistisch). Es sind aus der Dvaravati-Zeit sehr schöne Statuen überliefert, die sich durch einen bestimmten Gesichtsschnitt auszeichnen, der für die Mon charakteristisch ist: breite, flache Nasen, breite Münder mit ausgeprägter Unterlippe und geschwungene, oft zusammengewachsene Augenbrauen. Neben Bronze und Stein war Stuck ihr bevorzugtes Material. Bis zum 11.
Jahrhundert waren die Mon die vorherrschende Zivilisation in Thailand;
danach wurden sie nach und nach durch Khmer verdrängt (ein
den Mon verwandter Volksstamm, der heute in Kambodscha lebt). Im Norden
Thailands (auch Lanna genannt) konnten die Mon sich länger halten
und waren bis zum Ende des 13. Jahrhundert die herrschende Kultur. Die
glockenförmigen und auch die pyramidenförmigen Chedis,
die man vor allem in der Nähe von Chiang Mai und Chiang Rai findet,
sind Überbleibsel der Mon-Kultur. (Die Mon leben heute in Birma).
Während des 11. Jahrhunderts wurde das Menam-Delta von den Khmer besetzt, die bereits in Kambodscha ein sehr mächtiges Königreich errichtet hatten. Die Khmer führten im Menam-Delta ein stark militärisches und zentralisiertes Regierungssystem ein und Lopburi, einige Kilometer nördlich von Bangkok, wurde die Residenz ihrer Statthalter. Die Khmer waren überragende Baumeister, wovon die wunderbaren antiken Tempel im Nordosten Thailands (Isan) immer noch Zeugnis ablegen. Ein besonders schönes Beispiel sind die Ruinen des Khmer-Tempels von Phimai (einer kleinen Stadt in der Nähe von Nakhon Ratchasima). Die Prangs (eine Chedi-Variante, die von der Form her an einen Maiskolben erinnert), die auch zum Beispiel in Wat Arun in Bangkok stehen, sind ebenfalls typisch für den Khmer-Stil. Die Thai
wanderten
erst während des 9. und des 10. Jahrhunderts aus dem südlichen
China ein und gründeten zunächst nur kleine Siedlungen. Zum Beginn
des 13. Jahrhunderts gelang es ihnen schrittweise, sich von der Herrschaft
der Khmer zu befreien. Das erste wirkliche Thai-Königreich war die
berühmte Stadt Sukothai in den Zentralen Ebenen, die sozusagen
zur Wiege der original thailändischen Kultur wurde. Sowohl das Thai
Alphabet, als auch auch die thailändische Schrift wurden in der
Sukothai-Periode entwickelt, ebenso wie neue Kunststile. (Vom alten Sukothai
sind heute leider nur noch Ruinen vorhanden) Sukothai
behauptete seine Vormachtstellung bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. Zu
dieser Zeit wurde es dann mehr und mehr von dem neuen Königreich von
Ayuthaya
(im Norden des heutigen Bangkoks) in den Schatten gestellt. Ayuthaya
wurde bald eine der reichsten und mächstigsten Städte seiner
Zeit. Der Königshof von Ayuthaya war stark von den Werten der
Khmer-Kultur
(eine im Vergleich zum Sukothai-Königreich, das eher egalitär
strukturiert war, sehr hierarchische und streng reglementierte Gesellschaftsordnung)
beeinflußt und hielt sich bis zum Jahre 1767. In diesem Jahr
kam es zu einer verheerenden Invasion der Burmesen, die Ayuthaya
überrannten und zerstörten. Auch von Ayuthaya sind nur noch Ruinen
übrig - Bangkok (oder Krung Thep (Stadt der Engel),
wie es richtig heißt) wurde zur neuen Hauptstadt von Thailand.
Die Überreste der thailändischen Armee sammelten sich nach dem Fall von Ayuthaya in Thonburi direkt in der Nähe des heutigen Bangkok und begannen einen Krieg gegen die Khmer und die mittlerweile ebenfalls eingedrungenen Lao und Vietnamesen, der, unter dem Befehl vonGeneral Chakri, letztendlich erfolgreich war. General Chakri bestieg den Thron und wurde zum Gründer der Chakri-Dynastie, die noch heute im Amt ist (der jetzige König ist der neunte Monarch aus dieser Abstammungslinie). General Chakris Name als König war Rama I und alle seine Nachfolger sind, neben ihren persönlichen Namen, als Rama II, Rama III, usw. bekannt. Der im Westen bekannteste Chakri-König ist sicherlich König Mongkut (Rama IV, 1851 - 1868) - und zwar aus dem Musical "Der König und ich" - wo er im wesentlichen als rückständiger und lächerlicher Tyrann porträtiert ist. Diese Darstellung ist aber nicht korrekt und ungerecht: König Mongkut war in Literatur, Geschichte und den Naturwissenschaften (besonders in der Astronomie, der seine besondere Liebe galt) beschlagen und beherrschte Englisch und Latein. Er reformierte das Gesetzwesen und begann eine vorsichtige Modernisierung Thailands. Bevor er den Thron bestieg, verbrachte König Mongkut 27 Jahre als buddhistischer Mönch und später Abt eines Klosters. Sein Sohn und unmittelbarer Nachfolger war König Chulalongkorn (Rama V, 1868 - 1900), einer der bemerkenswertesten und erfolgreichsten Herrscher seiner Zeit. Er setzte den von seinem Vater eingeschlagenen Reformkurs fort und öffnete sein Land den positiven Aspekten der europäischen Zivilisation: die Sklaverei wurde abgeschafft und die ersten Krankenhäuser und öffentlichen Schulen wurden gebaut. Gleichzeitig aber gelang es ihm durch geschickte diplomatische Manöver seinem Land die Souveränität zu erhalten und es vor der europäischen Kolonisation zu bewahren. Die absolute Monarchie wurde erst in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts abgeschafft. 1939 wurde der Name des Landes von Premierminister Phibun Songkhram abgeändert und das frühere Siam ist heute als Thailand ("Land der Freien") bekannt. Geographisch gesehen ist Thailand sehr vielfältig und seine Landschaften sind sehr abwechslungsreich. Das Land bedeckt eine Fläche von 513.000 Quadratkilometern, und es finden sich darin sowohl tropische Regenwälder und saftig-grüne Reisfelder, als auch fast wüstenartige, steinige Plateaus (im Nordostens), mit Teakholzwäldern bedeckte sanfte Hügel (im Norden), und Kokosplantagen und schneeweiße Strände (im Süden). Den größten Teil der Bevölkerung bilden immer noch die Bauern und die vorherrschende Form der Landwirtschaft ist der Reisanbau. Andere landwirtschaftliche Produkte sind Tapioka und Jute (im Nordosten), Schnittblumen und Gemüse (im Norden), Kokospalmen, Ananas und Kautschuk (im Süden). Seit 1932 ist Thailand eine konstitutionelle Monarchie, es besteht aber immer noch eine sehr starke Bindung zwischen der Bevölkerung und dem König und der königlichen Familie, die aufrichtig verehrt werden. Die Hauptreligion ist der Buddhismus (95% der Bevölkerung), gefolgt vom Islam (ca. 4%, vor allem in Südthailand). Die vorherrschende Bevölkerungsgruppe sind die Thai (75%), 15% der Bevölkerung sind Chinesen und die verbleibenden 10% verteilen sich auf Vietnamesen, Inder, Lao, Khmer, und die Bergstämme des Nordens. |
Reiseziele in Thailand
English Version
Sprache Geben Sie Ihren Suchbegriff ein und klicken Sie auf "Start" Weitere Thailandinfos |
Designed,
Created, and Administered by INM
InterNet Marketing Agency. Copyright Photos, Text, and Design 1997
- 2007. All Rights Reserved. Bitte lesen Sie unsere Copyright
Notice und unsere Rechtlichen
Hinweise ! Webmaster
Zuletzt
geändert 03.01.2007