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Dieser Ausflug wird am besten am frühen Morgen unternommen - beziehungsweise, wenn Sie das Almosenritual in Wat Bejamabophit (auch als Marmortempel bekannt) sehen möchten, wird Ihnen gar nichts anderes übrig bleiben, als spätestens um 6.30 Uhr aufzubrechen.  Jeden Tag im Morgengrauen verlassen  die über 100.000 buddhistischen Mönche Bangkoks ihre Klöster und ziehen barfuß und in ihre safrangelben Roben gehüllt durch Straßen, wo die Gläubigen schon warten. Sie füllen die schwarzen Almosenschalen (Bahts) der Mönche mit Früchten, Curries und Reis und die Mönche nehmen die Gaben schweigend und mit gesenktem Blick entgegen. Für die Mönche (Thailands Mönche sind immer Bettelmönche) stellt dieses Ritual die einzige Quelle von Lebensmitteln und Nahrung dar und die Laien sammeln damit "Pluspunkte" für ihre nächste Inkarnation. Wenn Sie sich die kleine Mühe machen, rechtzeitig aufzustehen, werden Sie sicherlich Zeuge interessanter und ergreifender Szenen werden. Nehmen Sie ein Taxi zum Tempel - bitten Sie aber vorher den Concierge Ihres Hotels unbedingt, Ihnen auf einem Kärtchen in thailändischer Schrift "Wat Benjamabophit" und "Wat Si Saket" (der Goldene Berg) aufzuschreiben.
 
Almosenverteilung
Mönche warten vor Wat Benjamabophit

Im Marmortempel, (Wat Benjamabophit, liebevoll zu Wat Benja abgekürzt) wird dieses Ritual in einer etwas abgeänderten Form durchgeführt: die Mönche wandern nicht  durch die Straßen, sondern warten vor dem Tempel und die Gläubigen begeben sich zu ihnen. Das Almosenspenden beginnt ungefähr um 6.30 Uhr und endet eine Stunde später. (Sie können ruhig fotografieren, aber tun Sie es diskret und taktvoll). Wenn Sie möchten, können Sie sich auch an dem Ritual beteiligen und den Mönchen Früchte in die schwarzen Almosenschalen legen, aber verwenden Sie dabei beide Hände, heben Sie danach die Hände mit aneinandergelegten Handflächen vors Gesicht, ungefähr bis zur Stirn (das ist der Wai, die thailändische Begrüßungsform, mit der man auch Ehrerbietung und Respekt ausdrückt), und erwarten Sie nicht, daß der Mönch Ihnen dankt oder auf andere Weise bekundet, daß er erfreut über Ihre Gabe ist - das darf er nicht (da er sich in Gleichmut und Indifferenz gegenüber weltlichen Dingen üben soll).


Wat Bejamabophit

Der Marmortempel

Wenn das Almosenspenden vorüber ist, sollten Sie sich den sehr eleganten Tempel genauer ansehen. Gehen Sie an den beiden birmanischen Steinlöwen vorbei durch das Tor in den Tempelhof. Wat Benjamabophit wurde von König Chulalongkorn (Rama V.) in Auftrag gegeben und ist architektonisch im klassischen Thai-Stil gehalten - nur eben aus italienischem weißen Carrara-Marmor gebaut statt aus Holz. Der Kontrast zwischen dem weißen Marmor und den goldenen Dachornamenten ist besonders schön. In der Haupthalle steht die Replik eines berühmten Buddha-Standbildes und der hintere Hof ist von einer Galerie mit 51 Bronzebuddhas eingeschlossen. In dem Kanal, der den Tempel von den angrenzenden Wohnhäusern der Mönchen (Gutis) trennt, leben viele Schildkröten. So, wie man bei uns eine Münze in einen Brunnen wirft, um einen Wunsch erfüllt zu bekommen, werden in Thailand Tiere, z.B. Vögel oder eben Schildkröten, freigelassen. Nehmen Sie sich ruhig Zeit, um ein bißchen spazierenzugehen und die Stille und die kühle Morgenluft zu genießen.

Nach dem Besuch Wat Benjamabophits sollten Sie sich einmal einen richtigen Überblick über Bangkok verschaffen - am besten von Wat Sakhet auf dem Goldenen Berg (Phuo Khao Thong). Zum Laufen ist es zu weit; Sie brauchen ein Taxi. Der Goldene Berg ist ein 76 Meter hoher künstlicher Hügel nahe der früheren Stadtgrenze Bangkoks, der unter König Chulalongkorn mit einem großen goldenen Chedi versehen wurde. Jedes Jahr im November findet hier ein großes Tempelfest statt.  Obwohl der Goldene Berg bei weitem nicht mehr der höchstgelegene Punkt Bangkoks ist (die Wolkenkratzer in der City überragen ihn längst), bietet sich von dort immer noch ein schöner Rundblick auf Bangkok und ein Besuch ist angenehm, besonders am frühen Morgen. Wat Sakhet, der Tempel am Fuß des Hügels, wurde von Rama I. in Auftrag gegeben - an seiner Stelle stand früher ein alter Tempel, in dem Rama I. vor seiner Thronbesteigung die traditionelle Reinigungszeremonie durchführt ("Sakhet" heißt übersetzt " Haarewaschen") Der Wat ist ganz hübsch, aber natürlich nicht die Hauptattraktion. Zu der großen Aussichtsplattform gelangen Sie auf der großen gewundenen Treppe, die über 300 Stufen hat (jetzt wissen Sie, warum man am besten am kühlen Morgen hierherkommt!) Zwischen duftenden Franjipanibäumen, Urnen und Grabsteinen geht es aufwärts. Auf der obersten Terasse steht der große vergoldete Chedi, der dem Berg seinen Namen gab. Der Rundblick von hier ist wirklich sehr schön!

Auf dem Rückweg sollten Sie ruhig auch einmal einen Blick auf den Tempel am Fuß des Hügels werfen - der Bot (Ordinationshalle) ist mit guterhaltenen Wandmalereien geschmückt und im Viharn (Gebetshalle) steht die Phra Attarasa Buddhastatue, die aus Sukothai stammt, der ersten Hauptstadt Thailands.

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Zuletzt geändert 10.02.2007