Bangkok Reiseführer - > Sehenswürdigkeiten ->"Venedig des Ostens"

Bangkok war einst als "Venedig des Ostens" bekannt (der Begriff wurde übrigens von dem deutschen Forschungsreisenden Mandelslohe geprägt) und das mit gutem Grund: bis auf ein, zwei staubige Elefantenpfade waren die einzigen Verkehrswege der Fluß und die Kanäle (Klongs genannt) und das einzige Transportmittel war das Boot. Heutzutage sind in Bangkok selbst die meisten dieser malerischen Wasserwege leider zugeschüttet worden, in Thonburi auf der anderen Seite des Flusses jedoch gibt es bis auf den heutigen Tag Stadtviertel, in denen  man sich nur zu Wasser fortbewegen kann. Und natürlich gibt es den Chao Phraya-Fluß, der immer noch eine wichtige Verkehrsader darstellt. Die Expressboote, die den ganzen Tag lang den Fluß aufwärts und abwärts befahren, sind mit Sicherheit das schnellste Transportmittel zu den Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt Bangkoks.

Geisterhäuschen am Klong
Ein "schwimmendes" Geisterhäuschen

Am besten beginnen Sie Ihre Bootstour am River City Pier (Si Phraya, neben dem Royal Orchid Sheraton) oder am Oriental Pier (neben dem Mandarin Oriental Hotel). Nehmen Sie das Expressboot stromaufwärts, Richtung Nonthaburi. Nonthaburi ist eine kleine Stadt 10 Kilometer nördlich von Bangkok und Sie können ruhig bis dorthin durchfahren. In der Stadt selbst gibt es zwar nichts besonderes zu sehen, aber die Bootsfahrt aus Bangkok heraus, zwischen Palmenhainen und "Schwimmenden Häusern"  an den Ufern hindurch ist durchaus ein Erlebnis und die Mühe wert.  Falls Sie das nicht möchten, steigen Sie in Tha Chang (der Landesteg nahe dem Großen Palast) aus und nehmen das Fährboot nach Thonburi.  Am anderen Ufer des Flusses befindet sich Wat Rakang.  Wat Rakang ("Glockentempel" - die Glocken schallen jeden Morgen über den Fluß) ist nicht Bestandteil der organisierten Stadtrundfahrten und der Tempel ist daher herrlich ruhig und friedlich.  Am schönsten sind der makellos weiße hohe Prang (Turm im Khmer-Stil) und exquisite dunkelrote Bibliothek, die die heiligen Schriften des Tempels beherbergt und mit Wandmalerein geschmückt ist, die Szenen aus dem Ramakien (thailändische Version des indischen Ramayana-Epos) zeigen.

Altes Haus am Klong
Ein altes Holzhaus am Klong

Nach dem Besuch in Wat Rakang ist es Zeit für eine Klong-Tour! Nehmen Sie das Fährboot zurück nach Tha Chang und halten Sie Ausschau nach einem Rua Hang Yao (die langen, schlanken Longtail-Boote) - keine Sorge, es sind immer genügend da. Sagen Sie dem Bootsführer, daß sie durch den Klong Bangkok Noi fahren möchten und gerne am Thien Pier (Tha Thien) abgesetzt werden möchten. Und einigen Sie sich unbedingt vor Fahrtantritt auf den Preis - er hängt ein bißchen von der Tagesform des Bootsführers ab, aber es sollten nicht wesentlich mehr  als 400 Baht pro Stunde sein (eine Stunde reicht in der Regel).

Das Boot bringt Sie zunächst flußabwärts auf dem Chao Phraya und fährt dann in den Klong Bangkok Noi. Vorsicht, die Longtailboote fahren sehr schnell und meistens spritzt reichlich Wasser ins Boot!   Wenn Sie möchten, können Sie unterwegs beim Museum der Königlichen Barken Halt machen, aber dann verlängert sich die Fahrt  entsprechend und der Fahrpreis mit. Die Barken werden heutzutage nur noch zu ganz besonderen Anlässen zu Wasser gelassen und sind ansonsten im Museum ausgestellt.

Wenn Sie sich nicht für die Barken interessieren, geht die Fahrt einfach weiter, erst durch den Klong Bangkok Noi und dann entlang Klong Chak Phra.  Was sich jetzt den Blicken darbietet, ist ein ganz anderes Bangkok - geradezu ländlich and garantiert lärm- und abgasfrei. Es gibt viel zu sehen: einfache Holzhäuser mit Veranden am Wasser, Orchideengärten, buddhistische Tempel, ab und zu auch mal ein großes altes Haus im Kolonialstil, Palmenhaine - Kinder spielen fröhlich im Kanal und Nachbarinnen halten ihr Schwätzchen im Wasser paddelnd ab (natürlich vollständig bekleidet!), oder eine Gruppe Mönche fährt vorbei, auf dem Weg zu einer Zeremonie.

Wenn das Boot wieder aus den Klongs heraus in den Fluß eingefahren ist, bitten Sie den Fahrer, Sie am Thien Pier (Tha Tien) abzusetzen, damit sie Wat Pho mit seinem berühmten "Liegenden Buddha" und seinen schönen Kapellen besuchen können.  Wat Pho, oder Wat Phra Jetuphon, wie der vollständige Name des Tempel lautet, ist die älteste und auch die größte Tempelanlage Bangkoks. Sie wurde im 16. Jahrhundert gegründet, noch vor dem Fall von Ayuthaya.

Am besten bekannt ist der Tempel wegen seines großen Liegenden Buddha, den Sie sich wahrscheinlich als erstes ansehen möchten.  Die Kapelle liegt direkt rechts neben dem Eingang  (es gibt ein Hinweisschild). Die Statue ist 46 Meter lang und 15 Meter hoch und zeigt den Buddha in der Haltung, die er unmittelbar vor seinem Tod einnahm.  Sie ist ganz und gar mit Gold überzogen und hat einen besonders schönen, ruhigen Gesichtsausdruck. Beachten Sie auch die Fußsohlen des Buddha, die mit  Perlmutteinlegearbeiten geschmückt sind, die die 108 Zeichen darstellen, an denen man einen Buddha erkennt.

Tempelportal
Lackierte Eingangstür in Wat Pho

Der Liegende Buddha ist zwar die bekannteste "Attraktion" von Wat Pho, aber bei weitem nicht alles, was es hier zu sehen gibt. Wenn Sie die Kapelle verlassen, gehen Sie nach  rechts, bis Sie vor sich vier sehr hohe Chedis sehen, einer blau, einer gelb, einer grün und der letzte orange. Sie wurden von den ersten Königen der Chakri-Dynastie erbaut. Direkt rechts neben dem blauen Chedi finden Sie die Mondop mit der Bibliothek. Gehen Sie an der Mondop  vorbei (an der Wand entlang) und auch am sogenannten Europäischen Pavillon und gehen Sie durch das kleine Tor in den Inneren Hof von Wat Pho, der von Galerien mit insgesamt 394 wertvollen alten Buddhastatuen umschlossen ist. Hier fällt vor allem der große Bot  (Ordinationshalle) auf,  der zu den schönsten Tempelgebäuden Bangkoks zählt. Besonders sehenswert sind hier die mit Perlmuttarbeiten geschmückten Türen und die Reliefs an den Außenwänden, die Szenen aus dem Ramayana-Epos zeigen. Der Bot ist meistens aufgeschlossen und Sie können hineingehen und auch das Innere mit dem Altar und den Buddhastandbildern betrachten.

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Zuletzt geändert 10.02.2008