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Tempel des Smaragdbuddhas
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Der prächtige Tempel des Smaragdbuddha (Wat Phra Kaew) mit seinen goldenen Türmen und in leuchtenden Farben glitzernden Gebäuden und der majestätische Große Königspalast sind sicherlich Thailands berühmteste Sehenswürdigkeiten. Sie sollten sich aber mindestens zwei bis drei Stunden Zeit für den Besuch des Tempels und des Palastes nehmen und ein Stunde mehr für den Besuch des neuen Museums des Smaragdbuddhas - es macht keinen Spaß, im Eiltempo durch all diese Herrlichkeiten zu galoppieren! Strenggenommen lohnt Wat Phra Kaew sogar mindestens zwei Besuche: einen an einem Wochentag, um alles in Ruhe zu besichtigen und begutachten zu können, und einen an einem Sonntag - um die Einheimischen und Besucher aus anderen Provinzen Thailand zu sehen, die in Scharen in den Tempel strömen, um dem verehrten Smaragdbuddha ihre Reverenz zu erweisen. An diesen Tagen ist Wat Phra Kaew von Blumendüften erfüllt und von Weihrauchwölkchen umschwebt und überall hören Sie das leise Gemurmel von Gebeten - nur so läßt sich ganz die spirituelle Bedeutung dieses Tempels für die thailändische Bevölkerung ermessen.
Wat Phra Kaew erreichen Sie entweder mit dem Taxi (bitte Sie den Concierge Ihres Hotels, den Namen für Sie in thailändischer Schrift aufzuschreiben und vergessen Sie auch nicht, eine Karte mit Namen und Anschrift Ihres Hotels mitzunehmen), oder aber mit dem Expressboot. Steigen Sie am Oriental Pier or in Tha Si Phraya ( River City Pier) ein und verlangen Sie ein Ticket nach Tha Chang (Chang-Pier) Der Fahrpreis beträgt nur 7 Baht. Während der Taxifahrer Sie direkt vor dem Haupteingang absetzen wird, müssen Sie bei der Ankunft mit dem Boot erst noch ein kleines Stück zu Fuß gehen: suchen Sie sich vom Landesteg zwischen den vielen interessanten Essensständen und Andenkenverkäufern einen Weg auf die Straße und gehen Sie dann geradeaus, bis Sie die weißen Palastmauern und die Wachen am Eingang sehen. Vorsicht: Sie werden nur eingelassen, wenn Sie "ordentlich" gekleidet sind - das heißt: lange Hosen und eine sauberes und gebügeltes Hemd für die Herren und entweder lange Hosen oder ein mindestens kniebedeckender Rock und eine Bluse mit Ärmeln für die Damen. Andernfalls bleibt Ihnen nur noch die Alternative, bei der Wache einen Sarong auszuleihen (der besonders den Herren in der Regel außerordentlich schlecht steht!) Nunmehr sittsam bekleidet, betreten Sie das Tempelgelände. Der Eintrittspreis beträgt 100 Baht pro Person (Stand Januar 1999). Auf dem Weg zum Eintrittskartenschalter lauern allerdings zahlreiche Gefahren - die vielen freiberuflichen "Fremdenführer", die Ihnen eine kostenlose Führung aufzudrängen versuchen, wenn, ja wenn Sie nur hinterher auch ihren Schmuck- oder Antiquitätenladen aufsuchen (der natürlich gerade heute allerlei Sonderangebote bereithält). Vergessen Sie das! Wenn Sie eine Führung möchten, melden Sie sich für die offizielle Tour an. Es ist jedoch im Grunde genommen nicht nötig, denn Sie erhalten beim Eingang ohnehin eine kleine kostenlose Broschüre mit einem Plan der Anlage und Beschreibungen der Gebäude. Und nun halten Sie Ihre Kamera bereit und vergewissern Sie sich, daß Sie genügend Filmmaterial haben (wenn nicht, können Sie im Photoshop am Eingang noch welches nachkaufen), denn von jetzt gibt es jede Menge herrliche Fotomotive zu sehen! Wat Phra Keaw wurde im Jahre 1782 von Rama I. gebaut (siehe Übersicht zur Geschichte Thailands). Gleich nachdem Sie den Tempelhof betreten haben, sehen Sie zu Ihrer Linken einen riesigen, mit golden Spiegelplättchen besetzten Chedi und direkt vor Ihnen die Rückwand der großen Kapelle (Bot), die den Smaragdbuddha beherbergt. "Smaragd" bedeutet hier nur "grün", denn der Buddha ist in Wirklichkeit aus einem einzigen Stück besonders feiner dunkelgrüner Jade gefertigt. Die Statue ist auf den ersten Blick verblüffend klein (sie ist nur 75 Zentimeter hoch) und sitzt unter einem herrlichen Baldachin aus Goldfiligran auf einem hohen Thron. Der Bot selbst ist ein prachtvolles Gebäude mit einem mächtigen dreistufigen Dach aus roten und blauen Ziegeln, das auf hohen Säulen ruht, die wie die Wände über und über mit glitzernden blauen und goldenen Fayenceornamenten bedeckt sind. Andere bemerkenswerte Gebäude sind das Phrasad Phra Tephidon (das königliche Pantheon), das die Asche dreier früherer Könige der Chakri-Dynastie enthält und von Khinaree-Statuen sozusagen bewacht wird (Khinarees sind mythische "Vogelmenschen"), sowie die Ho Phra Montien Tham (oder Damma), die Nebenbibliothek, die links vom Pantheon liegt und über ausgesprochen schöne Türen mit sehr kunstvollen Perlmutteinlegearbeiten verfügt. Die Hauptbibliothek wurde (leider!) vor kurzem renoviert und erstrahlt jetzt statt in edlen dunklen Gold- und Bronzetönen in Giftgrün! Es bleibt zu hoffen, daß der berüchtigte Bangkoker Smog hier bald Abhilfe schaffen und den alten Zustand wiederherstellen wird.
Und vergessen Sie nicht die herrlichen Wandbilder in den umlaufenden Galerien zu betrachten! Diese prächtigen, erstaunlich plastischen und lebendigen Gemälde zeigen Szenen aus dem thailändischen Ramayana-Epos (Ramakien). Neben den Kampfszenen sind auch viele interessante Details aus dem Leben im alten Thailand abgebildet. Wenn Sie alles in Wat Phra Kaew nach Herzenslust betrachtet haben, gehen Sie durch das Tor zum Großen Königspalast. Dieser Palast war früher die königliche Residenz und Rama I. und seine Nachfolger hielten hier Hof, doch die königliche Familie ist schon vor vielen Jahren in den Chitralada-Palast nahe dem Dusit-Zoo übergesiedelt (der Chitralada-Palast kann nicht besichtigt werden). Das erste Gebäude nach dem Eingang ist die Maha Montien ("Große Residenz") mit der Amarinda Vinichai Thronhalle(die Halle ist der einzige Teil des Gebäudes, der besichtigt werden kann). Das Herzstück der Amarinda Vinichai-Halle ist ein großer bootsförmiger Thron mit vergoldenen Schnitzereien und glitzernden Glasornamenten, gekrönt von einem schneeweißen neunstufigen Baldachin. Betrachten Sie auch die hübschen Malereien an den Wänden und an der Decke. Das nächstgelegene Gebäude ist der Chakri Maha Prasad ("Großer Palast") - ein Palast im Renaissance-Stil, aber mit drei thailändischen Prangs anstelle von Kuppeln. Im Palast befinden sich elegante Empfangsräume und im Parterre eine Ausstellung der königlichen Waffen. Das dritte wichtige Gebäude ist die Dusit Maha Prasad ("Audienzhalle"), in der König Rama I. gekrönt worden ist. Diese Halle hat ein interessantes vierstufiges Dach. Vor dem Gebäude steht ein besonders hübscher Pavillon, der Amporn Phimok Prasad. Direkt gegenüber der Dusit Maha Prasad steht das Wat Phra Kaew Museum. Es beherbergt auf zwei Stockwerken viele interessante Sammlungen von Tempelverzierungen, z.B. verschiedene große Chofahs, die bei früheren Restaurierungen des Tempels übriggeblieben sind. Im zweiten Stock befindet sich eine sehr hübsche Ausstellung mit königlichem Schmuck, Orden und Andachtsgegenständen, sowie ein großes Modell des gesamten Anlage von Wat Phra Kaew und Königspalast. Sehr sehenswert sind auch die Kopien des Smaragdbuddha und seiner verschiedenen prachtvollen, golddurchwirkten Kostüme (eines für die Regenzeit, eines für die Trockenzeit usw.), Kronen und juwelengeschmückten Pektorale. Dieses kleine Museum ist unbedingt einen Besuch wert. |
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geändert 10.02.2008