Bali
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Überblick zu balinesischen Tempeln
| Bali
wird oft die "Insel der 10.000 Tempel" genannt (oder auch "Insel der
Götter")
und das ist keine Übertreibung. Zunächst einmal hat jedes einzelne
Dorf mindestens 3 Tempel: den Pura Desa, wo
Tempelfeste gefeiert
werden, den Pura Dalem für die Göttin des Todes
(das ist
auch der Platz, wo die Verbrennungszeremonien
beginnen)
und den Pura Puseh, der den Göttern des Himmel
gewidmet ist.
Auch sonst finden sich überall Tempel, auf den Bergen und in den
Tälern,
in den Reisfeldern (das sind kleine Schreine für die Reisg�ttin)
und am Meer und jeder Tempel ist anders.
Die balinesische Religion ist noch sehr lebendig. Jeden Morgen können Sie irgendwo auf Bali kleine oder grössere Gruppen von Mädchen und Frauen mit aufwendig dekorierten Opfergaben zu einem Tempel gehen sehen und die wichtigsten Tempelfeste werden mit langen Prozessionen gefeiert, an denen jeder teilnimmt und die auch von Gamelan Musikern begleitet werden. Es
handelt sich bei der balinesischen Religion um eine Variante des Hinduismus,
die jedoch auch sehr viele vor-hinduistische Elemente und animistische
Glaubensvorstellungen (vor allem einen umfangreichen Ahnenkult)
einschliesst. In alten Zeiten wurde der Gründer eines neuen Dorfes
nach seinem Tode von den übrigen Dorfbewohnern als göttliches
Wesen verehrt . Als die Hindufürsten von Java Bali besetzten (siehe Überblick
zur Geschichte Balis), die ihre toten K�nige als götter
verehrten,
kam dies dem balinesischen Ahnenkult sehr nahe und
die beiden Vorstellungen
verschmolzen zu einer. Die vielen verschieden auf Bali verehrten götter
(götter und göttinnen der Erde, des Feuers, des Wassers und der
Fruchtbarkeit) wurden nun allesamt als unterschiedliche Manifestationen
der Trimurti, der hinduistischen
Dreifaltigkeit aus Brahma,
Vishnu und dem Zerstörer Shiva aufgefa�t.
Bali hat ein hinduistisches Kastensystem, das dem indischen ähnelt, jedoch keine Kaste kennt, die den Pariahs oder Unberührbaren Indiens entspricht. Die höchste Kaste sind die Bramahnen, die Priester. Als nächstes kommen die Adligen (heute die überlebenden Mitglieder der früheren königlichen Familien Balis). Sie heissen Ksatriyas. Die nächstangesehene Kaste sind die Vesiya, die Kriegerkaste. Die niedrigste Kaste sind die Sudra, der ca. 95% der balinesischen Bevölkerung angehören. Die Mitglieder der höheren Kasten haben spezielle Titel wie Gusti (Abkömmling der Kriegerkaste), Ida Ayu oder Ida Bagus (Frau oder Mann aus einer Bramahnenfamilie) oder Anak Agung (Mitglied einer Adelsfamilie), usw. Auf der anderen Seiteist auch der Animismus, d.h. Glaube an Dämonen und (meistens bösartige und übelgesinnte) Geister weit verbreitet. Die Balinesen haben ein stark dualistisches Weltbild in dem Himmel und Erde, Tag und Nacht, und Götter und Dämonen einander als gegensätzliche, aber gleich wichtige Elemente gegenüberstehen. (Die schwarzweiss karierten Tïücher, mit denen oft Schreine und Statuen in den Tempel dekoriert sind, beziehen sich darauf). Genauso wie die götter brauchen also auch die Dämonen Opfergaben, um sie milde und versöhnlich zu stimmen. Diese Opfergaben sind oft nicht mehr als ein Bananenblatt mit einer Handvoll Reis oder ein kleines flaches Körbchen mit Blumen und Sie können sie überall vorfinden, nicht nur in den Tempel und Schreinen, sondern auch auf den Fussgängerwegen vor Geschäften. Sie sollten immer darauf achten, keinesfalls auf diese kleinen Opfergaben zu treten! Tempel Obwohl
jeder Tempel einzigartig ist, haben sie doch gewisse gemeinsame
Elemente
(siehe Tempelschema).
Zunächst einmal
hat jeder Tempel zwei Höfe, einen äusseren, den Sie durch
das Spalttor (Candi Bentar, es symbolisiert die zwei
auseinandergerückten
Hälften einer Stupa) betreten und einen Innenhof, der durch ein überdachtes
Tor (Padu Raksa) zugänglich ist. Im Aussenhof
finden die
Vorbereitungen für Tempelfeste oder religiöse Riten statt. Der
Innenhof umgrenzt das eigentliche Heiligtum mit den Schreinen und götterthronen.
Jeder Tempel verfügt über einen Schrein für die Ahnen (das ist der wichtigste Schrein in jedem Tempel) und zwei Schreine für die beiden heiligsten Berge Balis, die Vulkane Gunung Agung und Gunung Batour. (Der dritte heilige Berg ist der Gunung Batukau, an dessen Fussebenfalls ein - ürigens sehr schöner und interessanter - Tempel steht.) Es gibt auch stets einen Thron für den Sonnengott Surya und Schreine für sogenannte Hilfsgottheiten, die darauf achten sollen, dass bei den Anbetungszeremonien auch alles ordnungsgemäss vor sich geht und die für die Götter Buch über die Opfergaben führen. Sehr eindrucksvoll sind die Merus. Merus sind hölzerne Pagoden auf einem Steinsockel, die bis zu elf (diese höchsten Pagoden sind Shiva geweiht) übereinandergestufte mit Palmfasern gedeckte Dächer habe. (Siehe auch Tempelschema. ) Zusätzliche Informationen finden Sie unter Kulturelle Denkmäler auf Bali). |
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